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GfK - Gewaltfreie Kommunikation: veränderte Sprache, verändertes Leben

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Gewaltfreie Kommunikation mag sich im ersten Moment für viele eigenartig anhören. Die meisten werden kontern und ablehnen, das sie ja angeblich friedfertig - auch in Gesprächen und in der Kommunikation allgemein - seien. Doch ein näheres Hinsehen zu dieser Theorie, die vor mehr als 40 Jahren von Dr. Marshall B. Rosenberg geprägt wurde, lohnt sich.

Moralische Urteile in der Sprache
Der Begriff der gewaltfreien Kommunikation geht davon aus, dass jegliche Form des Denkens und Sprechens ein moralisches Urteil enthält. Dazu kommt, dass viele sich einfach prinzipiell um die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse kümmern, ohne Rücksicht auf andere und deren Bedürfnisse zu nehmen. Dabei ist Empathie ein wesentlicher Schlüssel zu erfolgreicher Kommunikation. Dabei werden die eigenen Empfindungen entweder als positiv und harmonisch bzw. als kritisch und ablehnend eingeteilt. Je nachdem wie wir uns selbst im Augenblick einer Kommunikation wahr nehmen, wird auch unsere Kommunikation gewaltfrei und konfliktvermeidend ablaufen. Dazu bedient sich das Modell der gewaltfreien Kommunikation einer genauen Einteilung und Abfolge, wie sich Gefühle auf die Sprache auswirken. Die vier Schritte der GfK sind Beobachtung, Gefühle, Bedürfnisse und Bitte.

Als Beobachtung wird gewertet, wenn es darum geht, eine konkrete Handlung einfach zu beschreiben, ohne sie mit einer Bewertung oder einer individuellen Interpretation zu vermengen. Es geht vor allem darum, die Bewertung von der Beobachtung strikt zu trennen. Das Gegenüber soll Bescheid wissen, worauf man sich bezieht. Ausgehend von dieser Beobachtung wird ein Gefühl ausgelöst, das im Körper wahr genommen wird und ein Bedürfnis hervor ruft. Damit sind allgemeine Befindlichkeiten gemeint wie etwa Sicherheit, Kontakt oder Sinn und Verständnis. Gefühle werden der gewaltfreien Kommunikation stets als Ausdruck dessen empfunden, ob sich ein Bedürfnis gerade erfüllt oder nicht. Ist dieses nicht erfüllt, bildet sich eine Bitte um eine konkrete Handlung heraus, die sich jedoch von einem Wunsch klar unterscheiden soll. Während sich eine Bitte auf eine Handlung im Jetzt bezieht, kann sich ein Wunsch auf einen Zustand oder ein Ereignis in der Zukunft beziehen. Rosenberg unterscheidet hier zwischen einer Handlungsbitte und einer Beziehungsbitte.

Gewaltfreie Kommunikation einfach umgesetzt
So einfach Gewaltfreie Kommunikation auch klingt, so schwierig ist es, genau das im alltäglichen Leben umzusetzen. Als Merksatz kann hier die Aussage Rosenbergs gesehen werden: Wenn jemand etws sieht, löst dies eine gewisse Empfindung aus, weil er ein bestimmtes Bedürfnis dazu hat. Deshalb muss die entsprechende Tat folgen. Klar ist, dass dieses Verhalten auf beiden Seiten der Kommunikation funktioniert, also sowohl als aktiver Teil als auch als Zuhörer. Die Grenze, an die die GfK oftmals stößt, ist die individuelle Entwicklung der Kommunizierenden, die viel Zeit und Energie braucht. Oftmals haben wir in gewissen Situationen Angst oder Scheu, über unsere Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen. Dann braucht es Mut, der sich jedoch in jedem Fall lohnt, denn ein offenes Besprechen seiner eigenen Empfindungen hilft nicht nur dem Betroffenen selbst, sondern erleichtert ihm auch die Kommunikation mit anderen. Der Prozess der GfK ist in jedem Fall ein zeitaufwändiger und benötigt die Bereitschaft des Gegenüber, in diese Phase gemeinsam zu investieren. Als Belohnung steht am Ende ein empathischer und liebevoller Umgang.